Internationaler Kongress für Bewusstseinsforschung
vom 20. - 22. September 2007 in Berlin

emotionale prozess arbeit (epa)

Von Dr. med. Dorothea von Stumpfeldt

Menschen unserer Gesellschaft erfahren sich als Lebewesen, indem sie ihr physisches Umfeld gestalten und mit anderen Menschen kommunizieren. Wir sind gewohnt, uns auf der physischen Ebene unseres Seins zu bewegen und kennen die Gesetzmäßigkeiten dieser Ebene. Selten werden wir uns bewusst, dass der größte Teil unseres Seins auf einer nichtphysischen Ebene stattfindet: unser Denken, unser Fühlen und alle inneren Bilder, Visualisierungen, Erinnerungen, Wünsche und Vorstellungen haben keine physische Realität. Trotzdem existieren sie. Sie sind wirklich.

In der Regel erleben wir unsere nichtphysische Seinsebene in direkter Abhängigkeit von der physischen Wirklichkeit. Das heißt: wir erkennen sie nicht als etwas Eigenes mit eigener Wirklichkeit. Lässt sich einmal kein Bezug zwischen physischer Realität und nichtphysischem Erleben erkennen, so tun wir deshalb die nichtphysische Wirklichkeit als Hirngespinst ab oder klassifizieren ihre Phänomene gar als krankhaft.

Unsere Kultur lässt bislang keinen Raum, um unser nichtphysisches Erleben als "eine Welt für sich" ernst zu nehmen. Wir kommen nicht auf die Idee ihr zuzuhören oder gar mit ihr zu kommunizieren. Die Folge ist, dass wir den größten Anteil dessen, was uns als Menschen ausmacht, kaum kennen. Die physische Welt ist uns vertraut, doch wir haben keine Ahnung, wie wir uns in der nichtphysischen Welt bewegen und aktiv werden können. Wir wissen nicht, wie wir innerhalb dieser Realitätsebene verändern, gestalten, lösen und heilen können. Wir kennen ihre Gesetzmäßigkeiten nicht und sind unseren Gefühlen, wie Ängsten, Schmerzen, Spannungen, Trauer, Wut, Verunsicherung, bohrenden Gedanken und inneren Bildern deshalb oft genug hilflos ausgeliefert.

Unsere bisherige gesellschaftliche Unwissenheit und wissenschaftliche Ignoranz gegenüber der immensen nichtkörperlichen Seinsebene des Menschen ist nicht nur traurig, sondern fatal, denn längst stoßen die herkömmlichen Methoden der Psychotherapie an ihre Grenzen, längst weiß die Schulmedizin, dass physische Probleme, wie Magengeschwüre, durch Gefühle wie Ärger - also auf der nichtphysischen Ebene der menschlichen Existenz - geschaffen werden.

Wenn etwas Nichtphysisches, wie Gefühle, unseren Körper so stark beeinflussen kann, dass es Krankheiten produziert, so ist es nahe liegend, dass sich auf derselben Ebene auch Krankheiten und Probleme auflösen können. Da wir zu Allem und Jedem Gefühle und/oder innere Bilder auf unserer nichtphysischen Seinsebene besitzen oder entwickeln können, können wir von hier aus auch auf Alles Einfluss nehmen. Dies können wir allerdings nur, wenn wir die Gesetzmäßigkeiten dieser Ebene verstehen, das heißt wenn wir wissen, wie wir hier Veränderungen bewirken können.

Es reicht nicht "anders fühlen zu wollen", um wirklich anders zu fühlen. Wie also wirksam werden, wenn unser eigener Willen keine Macht über diese Bereiche unseres Seins hat?

Die emotionale prozess arbeit setzt genau an diesem Punkt an. Sie ist aus der bewussten Begegnung mit unserer nichtphysischen Wirklichkeit und dem Erforschen der Gesetzmäßigkeiten dieser Ebene entstanden. emotionale prozess arbeit heißt also nichts anderes, als im nichtphysischen "inneren Raum" sensibel und bewusst zu handeln und zu gestalten. In Kurzform bedeutet dies folgendes:

Wir können alle Komponenten unseres Seins - auch und gerade die, die uns Probleme bereiten - ebenso achtsam und respektvoll ansprechen, wie wir anderen Menschen und Wesenheiten begegnen, deren Vertrauen wir gewinnen möchten. Es hilft nichts, einen Schmerz wegzureden: er wird wieder kommen.

Doch wir können den Schmerz so behandeln, als wäre er ein beseeltes Wesen, ein wichtiges Gegenüber, das etwas zu sagen hat. Wir können ihn ganz genau in Größe, Lage, Farbe und Form wahrnehmen, ihn freundlich ansprechen, ihm sagen, dass wir ihn wahrnehmen, ihn fragen, ob er uns etwas sagen oder zeigen möchte, ihn fragen, was er braucht, und vor allem ihm "zuhören" und jede kleine Veränderung würdigen. Auf diese Weise tauchen wir langsam in einen Prozess, also in die emotionale prozess arbeit, ein. In diesem Prozess werden wir nichts werten und vergleichen, sondern uns von den auftauchenden Gefühlen und Bildern ganz individuell führen lassen. Auf diese Weise können wir zu der inneren Weisheit und Lösung vordringen, die jedem Phänomen selbst innewohnt. Das heißt wir werden von den einzelnen Komponenten, denen wir uns zuwenden, selbst erfahren, was sie bedeuten und was sie jeweils brauchen, damit es ihnen gut geht, und wir werden im inneren Prozess dafür sorgen, dass sie bekommen, was sie brauchen.

Der einzige "Wert", an dem wir uns also orientieren, ist der Tiefe Wunsch, dass es allen Anteilen und Phänomenen, die sich auf der inneren Reise zeigen, gut gehen möge. Denn geht es allen gut, haben sie alles, was sie brauchen, so müssen sie nicht mehr "anklopfen". Sie heilen. Heilen auf diese Weise die Gefühle und inneren Bilder, so heilt auch die Person, die sich auf die Reise in ihre nichtphysische Wirklichkeit begeben hat. Dies haben wir genau so unzählige male erlebt, und zwar sowohl bei schwerwiegenden Krankheiten, als auch bei scheinbar unlösbaren Problemen.

Da - ebenso wie unser psychisches Erleben - auch alles Physische auf unserer nichtkörperliche Seinsebene existiert, kann emotionale prozess arbeit bei jeder erdenklichen physischen, wie psychischen Krankheit heilend eingreifen. Sehr oft verschwinden bislang "unbehandelbare" Symptome schon nach wenigen Sitzungen. Diese Methode kann bei jedem Problem und in jedem menschlichen Entwicklungsschritt klärend und verändernd helfen, denn jedes Problem trägt seine individuelle Lösung in sich und egal wie komplex diese Lösung sein mag, wenn wir ihr Raum und Zeit geben, sich zu entfalten, wird sie sich zeigen. Heilung, Lösung und Entwicklung liegen immer im inneren Wissen der betroffenen Person verborgen. Dieses innere Wissen ist angelerntem Wissen und Konzepten weit überlegen, denn jeder Mensch ist anders und ähnliche Phänomene können durchaus auf unterschiedliche Ursachen zurückgehen. Die emotionale prozess arbeit schöpft direkt aus der Quelle der individuellen Wahrheit und Entwicklungsgeschichte. Deshalb ist sie so wirksam.

emotionale prozess arbeit kann immer und überall da geschehen, wo eine Person sich Zeit, Aufmerksamkeit und Ruhe dafür nimmt. Sie hängt nicht ab von der Begleitung durch eine Therapeutin oder einen Therapeuten. Wer sich alleine auf die Reise machen möchte, sollte sich vorab aber über die Gesetzmäßigkeiten der nichtkörperlichen Welten informieren. Hierzu stehen bereits einige Broschuren bereit, ein Buch ist in Arbeit. Zudem bietet das Institut für emotionale prozess arbeit eine Ausbildung in emotionaler prozess arbeit an. Hat ein Mensch mit starken Gefühlen oder schwerwiegenden Problemen zu tun, so empfiehlt sich allerdings eine kompetente Begleitung. Zu leicht wird ein alleinreisender Mensch von heftigen Gefühlen übermannt, handlungsunfähig und eventuell sogar retraumatisiert. Das Institut für emotionale prozess arbeit bietet deshalb emotionale prozess begleitungen (Einzelsitzungen) und emotionale prozess aufstellungen an, auf der Seite "www.epa-berlin.de" näher beschrieben sind.

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Letztes Update: 04.10.2007
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